Unsere Hunde

Hier finden Sie alle Informationen rund um unsere Fellnasen aus dem Hundebereich. Wir versuchen unsere Schützlinge dabei so genau und umfangreich wie möglich vorzustellen. Natürlich können wir unsere Tiere dabei auch nur in unserem Tierheimumfeld und zum jeweiligen Status Quo beurteilen. Ein Gespräch mit unseren Pflegern über die Besonderheiten und Entwicklungen unserer Hunde ist daher natürlich unersetzlich.

 

Sie haben Interesse an einem unserer Hunde?

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Kontaktieren Sie uns gerne vorab per E-Mail, wenn Sie Fragen zu Ihrem Traumhund haben. Idealerweise füllen Sie schon einmal unser Selbstauskunftsformular aus! Sie finden dieses zum Download oder als Online-Formular direkt hier:


Infobereich Hunde

Hunde-Training

Hier finden Sie alle Infos rund um unser Hunde-Training...

Ihr neues Familien-Mitglied

Liebe neue Familie eines Tierschutzhundes! Hier ein paar Tipps für die Ankunft und ersten Tage mit Ihrem neuen Familienmitglied. Wir stehen Ihnen natürlich bei allen Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Sollten Sie auch noch Wochen oder Monate nach einer Adoption Fragen haben, dürfen Sie sich gerne jederzeit bei uns melden!

Ein Hund kommt ins Haus

Ankunft

Wichtig bei Nachhausekommen: der Hund wird sich ein ruhiges Plätzchen suchen, vielleicht ist der vorgesehene Platz nicht der sicherste für ihn, also bitte zwingen Sie ihn nicht da zu liegen, wo sie es vorgesehen haben. An seinem persönlichen Platz (dorthin kann er sich, wenn er in Ruhe gelassen werden möchte, zurückziehen) sollten Sie ihn nicht stören. Bitte akzeptieren Sie das. Wenn der Hund sich ein "sicheres" Plätzchen in der Wohnung sucht und findet, machen Sie es ihm dort so bequem wie möglich. Der Hund braucht anfangs vielleicht das Gefühl der "sicheren Höhle". Auch Ihren Kindern sollten Sie dies erklären.

Möglichst gleich von Anfang an normal mit dem Hund umgehen, auch, wenn er ängstlich ist. Je mehr man auf seine Angst eingeht, desto mehr verstärkt man sie. Viel mit dem Hund sprechen, wirkt oft Wunder. Die menschliche, ruhige Stimme tut den Hunden gut und macht vertraut.

In der ersten Nacht lassen Sie Ihren Hund bitte nicht alleine. Sollte sich dies nicht vermeiden lassen, stellen Sie bitte sicher, dass eine kleine Lampe brennt. Der Hund könnte nachts wach werden und sich dann so besser orientieren.

Vertrösten Sie Besucher, die das neue Familienmitglied gerne kennenlernen möchten um einige Tage - geben Sie Ihrem Hund Zeit, seine neue Umgebung kennen zu lernen und sich zu merken, WER denn zu dieser Familie gehört ;-).

Stubenreinheit

Nicht böse sein, wenn die ersten Tage "was" daneben geht. Oft rausgehen und immer kräftig loben, wenn`s draussen "klappt". Wenn es drinnen passiert, den Hund (aber nur, wenn es gerade passiert ist) konsequent darauf hinweisen, dass das nicht richtig war und sofort rausgehen. Auf Anzeichen von Unruhe achten, dann sofort rausgehen und nach Erfolg begeistert sein und ihn kräftig loben.

Die meisten Hunde (ausser Welpen und Hunde, die nie im Haus gehalten wurden) sind von Natur aus stubenrein (keine Nestbeschmutzer). Es ist lediglich für uns Menschen zu Beginn etwas schwierig, die Signale des Hundes zu deuten (man kennt sich ja noch nicht!). Manche Hunde fiepen, laufen nach dem Wachwerden unruhig im Zimmer umher oder fangen an zu niesen, ihr Kinn zu reiben oder Sie einfach nur anzuschauen! Andere wiederum verlassen das Zimmer. Dann sollten Sie schleunigst hinterher gehen.... Sie werden die Signale Ihres Hundes in kürzester Zeit kennen lernen, wenn Sie ihn beobachten.

Gassi-Gehen

Bei Hunden, die weder Halsband noch Leine kennen bzw. ängstlich oder schreckhaft sind, ist ein Geschirr besser als ein Halsband. Vor allem Windhunde sind Weltmeister im "rückwärts aus dem Halsband schlüpfen", wenn sie flüchten wollen. Es ist angebracht, den Hund mit Namen und Telefonnummer zu kennzeichnen... falls er doch entwischt, was wir natürlich nicht hoffen, ist er so schnell wieder in seinem "Zuhause".

Bevor Sie den Hund frei laufen lassen, versichern Sie sich (z.B. über das Training an der Flurleine oder in einem gesicherten Auslauf), dass der Hund auf Zuruf sofort zurück kommt.

Für alle Hunde gilt: In den ersten Tagen keine "Gewaltmärsche" oder ausführliche Unternehmungen (z.B. Shopping oder Besuch bei Freunden, um den Hund vorzustellen). Ihr Hund muss erst einmal "ankommen", wissen wo er nun hingehört. Durch einen evtl. längeren Tierheimaufenthalt sind Stoffwechsel und Muskulatur noch nicht dazu in der Lage mit "normalen" Hunden Schritt zu halten. Lassen Sie Ihrem Hund bitte Zeit, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden!

Ernährung

Bitte füttern Sie NICHT zu große Mengen auf einmal! Lieber weniger aber öfter füttern - in den ersten Tagen sind 3-4 kleine Mahlzeigen pro Tag angesagt. Fast alle Hunde haben die ersten 2-3 Tage Durchfall bedingt durch Futterumstellung, Transportstress etc.. Wenn der Durchfall nicht länger dauert oder extrem dünnflüssig oder gar blutig wird, ist das kein Anlass zur Sorge. Wenn Sie unsicher sind, was Sie tun sollen - kontaktieren Sie uns oder Ihren Tierarzt.

Bitte nicht unmittelbar nach dem Füttern toben lassen (besonders z.B. bei Windhunden besteht aufgrund ihrer tiefen Brust und der sehr hochgezogenen Bauchlinie die Gefahr der Magendrehung!!!!). Gönnen Sie Ihrem Hund nach dem Fressen 2-3 Stunden Ruhe.

Trinkverhalten

In den ersten Tagen kann es sein, dass der Hund extrem viel trinkt. Das ist sehr gut und kein Anlass zur Sorge (Niereninsuffizienz). Sie sollten ihn dann allerdings öfter nach draussen führen, damit er seine Blase entleeren kann. Es ist ratsam ihrem Hund unmittelbar vor dem Schlafen gehen KEINE grossen Mengen Wasser anzubieten. Allerdings bedeutet das nicht, ihm das Wasser komplett zu entziehen. Bieten Sie ihm für die Nacht eine kleine Ration an - Verdursten soll er ja schliesslich nicht.

GRUNDSÄTZLICHES zum Umgang mit Hunden

Hunde aus dem Tierschutz haben meistens eine unbekannte Vorgeschichte. Daher ist es wichtig, dass Sie, je nach Verhalten der neuen "Nase", richtig reagieren. Zwingen Sie ihr neues Familienmitglied NIEMALS mit Gewalt, an der Leine mitzulaufen. Wenn der Hund Unsicherheiten oder Abneigung gegen Halsband und Leine zeigt, hocken Sie sich hin (machen sich klein!), und locken Sie ihn mit Leckereien und/oder netten Worten. Die Leine sollte NIEMALS straff sein, sondern immer leicht durchhängen. Wichtig ist, dass der Hund FREIWILLIG zu Ihnen kommt bzw. mitläuft.

Sollte der Hund an der Leine herumspringen, oder ziehen: Bleiben Sie stehen. Gehen Sie keinen Schritt weiter. IGNORIEREN Sie sein Verhalten (das ist manchmal gar nicht leicht!). Erst, wenn er sich beruhigt hat, setzen Sie den Spaziergang fort. Und vergessen Sie nicht, Ihren Hund immer wieder zu loben, wenn er etwas richtig macht!

Wenn der Hund sie ständig anspringt drehen Sie sich einfach um und lassen ihn "ins Leere" springen... DAS versteht er und wird es nach wenigen Versuchen aufgeben - VERSPROCHEN!

Sollte Ihr Hund bei Dunkelheit Angst zeigen, das Haus nicht verlassen wollen oder Angst vor fremden Gegenständen, wie Fahrrad, Mülleimer, Parkbank etc. haben, nehmen Sie ihn an die Leine und führen Sie ihm mit ruhiger Stimme zu dem "Monster" (mit durchhängender Leine!), das wirkt in den meisten Fällen Wunder.

Wenn Ihr Schützling auf Rufen nicht kommt, gehen Sie in die Hocke und rufen ihn freundlich. Sollte er ausweichen wenn Sie auf ihn zugehen, gehen Sie im Halbkreis langsam seitlich!!! auf ihn zu und wenden Sie den Kopf etwas ab. Ihr Verhalten signalisiert, dass Sie freundlich gestimmt sind... und in den meisten Fällen wird er nicht mehr weglaufen wollen.

Starren Sie Ihrem Hund bitte nicht in die Augen oder beugen sich über ihn, obwohl Sie beide sich noch gar nicht richtig kennen. Das "Anstarren" ist für ihre neue Nase sehr unangenehm, sozusagen eine Herausforderung zum Streit. Es verunsichert Ihren Hund sehr... (...haben Sie ihn doch gerade gestreichelt!)

In den meisten Fällen gilt: Unerwünschtes Verhalten ignorieren, erwünschtes Verhalten ausgiebig loben. Aber am wichtigsten ist Ihre Konsequenz!

Die ersten Tage mit dem neuen Hund

 

  • Nie wieder ist Ihr neuer Mitbewohner so sensibel und offen für Ihre Wünsche wie in den ersten Tagen im neuen Heim. Dort ist alles neu für ihn, er ist unsicher, verwirrt. In dieser Situation sucht jeder Hund Anschluss, einen Helfer, der ihm diese verwirrende neue Welt erklärt und ihn buchstäblich auf den rechten Weg führt. Nützen Sie diese bedingungslose Anpassungsbereitschaft und schenken Sie Ihrem Hund feste Regeln, die ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.
  • Zeigen Sie ihm seinen Schlafplatz, die Räume, in denen er sich aufhalten darf, seinen Futterplatz. Gehen Sie schon am ersten Tag mit ihm kurz spazieren, aber bitte die ersten drei Wochen nur angeleint, damit er die Umgebung seines Reviers kennen lernt. Rufen Sie sich immer wieder ins Gedächtnis: Ihr vierbeiniger Partner ist kein hilfloses Baby sondern er will ernst genommen werden
  • Halten Sie erst einmal zu viele Verwandte, Freunde und Bekannte fern. Jeder Hund ist überfordert, wenn er sich in kurzer Zeit an eine Unmenge neuer Personen gewöhnen soll. Lassen Sie ihm Zeit, sich in Ruhe mit seiner neuen Umgebung vertraut zu machen.
  • Geben Sie dem Hund nach den ersten drei bis vier Tagen die Chance, so oft wie möglich in Ihrer Nähe zu sein. Nehmen Sie ihn, wo immer es geht, mit - ins Restaurant, zum Einkaufen, wenn Sie die Kinder zur Schule fahren oder Freunde besuchen. Denn er ist mit all seinen Sinnen jetzt dabei, Sie zu erforschen, Ihre Wünsche und Vorlieben zu entdecken. Denn - und da können Sie ganz sicher sein - er will Ihnen unbedingt gefallen. Zeigen Sie ihm deutlich, womit er das erreichen kann.
  • Lassen Sie bitte keine Unarten durchgehen. Er muss von Anfang an wissen, was er nicht darf, sonst wird schnell eine feste Gewohnheit daraus.
  • Verlustangst ist gerade bei Hunden, die schon einen Vorbesitzer hatten, besonders ausgeprägt. Üben Sie deshalb das Alleinsein für sehr kurze Zeiträume (am Anfang reichen immer wieder 2 bis 3 Minuten) bis er begreift, dass es wirklich nur eine Trennung auf Zeit ist.
  • Gehen Sie sparsam mit Leckerbissen um, das ist wirkungsvoller für eine Belohnung. Gerade Tierheimhunde werden aus Mitleid immer wieder überfüttert.
  • Füttern sie unbedingt die ersten Tage das gewohnte Futter aus dem Tierheim weiter. Eine Umstellung auf anderes Futter sollte langsam erfolgen. Durchfall bedingt durch Stress in den ersten zwei bis drei Tagen kommt häufig vor, sollten die Verdauungsprobleme länger anhalten gehen sie bitte zum Tierarzt oder melden sie sich bei uns.
  • Bringen Sie vor allem viel Liebe und Geduld auf, denn einen erwachsenen Hund muss man sich mit Ausdauer erobern. Manche Hunde fangen erst nach drei bis vier Wochen an sich heimisch zu fühlen. Bitte geben sie also nicht zu schnell auf. Das Tier wird es Ihnen Dauer danken.
  • Warten Sie eine ausreichend lange Zeit, bevor Sie Ihre Fellnase von der Leine lassen. Die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner brauch einige Zeit, um zu wachsen. Beim einen Hund geht es schneller, der andere braucht etwas länger, um sich zu Ihnen gehörig zu fühlen. Gerade auch bei ängstlichen Hunden ist es außerdem die erste Zeit wichtig, offene Türen und Fenster zu vermeiden, damit er nicht stiften gehen kann.
  • Achten Sie beim Gassigehen darauf, dass Ihr neuer Freund nichts frisst. Im schlimmsten Fall könnte das gravierende gesundheitliche Folgen haben.
  • Wir wünschen Ihnen viel Spass mit Ihrem neuen Familienmitglied und bitten Sie sich nicht zu scheuen, uns bei Problemen anzurufen. Sollten Sie Tage aber auch noch Wochen oder Monate nach einer Adoption Fragen haben, dürfen Sie sich gerne jederzeit bei uns melden!

 

 

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