Was wir tun

Die Aufgabe unseres Vereins sehen wir darin, den Tierschutzgedanken generell zu vertreten und durch Aufklärung, Belehrung und gutes Beispiel Verständnis für das Wesen der Tiere zu erwecken, ihr Wohlergehen zu fördern, insbesondere die Verhütung jeder Tierquälerei oder Tiermisshandlung zu erstreben und deren strafrechtliche Verfolgung - den gesetzlichen Bestimmungen folgend - ohne Ansehen der Person zu veranlassen.

In unserem Tierheimalltag steht die Aufnahme , Pflege und Vermittlung meist von Fund- und Abgabetieren, doch auch behördlichen Sicherstellungen und Beschlagnahmungen - alle samt aus der Stadt Pforzheim und dem umliegenden Enzkreis stammend - im Vordergrund. Größtenteils sind es Hunde und Katzen, doch auch die verschiedensten Kleintiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Hamster, Mäuse, Chinchillas, Degus, Frettchen, Papageien, Sittiche und kleinere Ziervögel, die immer wieder bei uns im Tierheim landen.

Misshandelt und vernachlässigt, fast verhungert, todkrank, verwahrlost oder uralt sind einige von ihnen. Für sie bedeutet das Leben im Tierheim oft sogar erstmals das Paradies auf Erden. Doch es gibt auch andere Fälle: Oft unüberlegt angeschafft, wo das Kindchenschema erfolgreich Wirkung gezeigt hat, werden meist Hunde nach nur wenigen Monaten, wegen totaler Überforderung der Besitzer ins Tierheim abgeschoben. Hat man dem putzigen Welpen anfangs noch alle Dummheiten durchgehen lassen und es versäumt ihm konsequent Grenzen aufzuzeigen, steht man wenig später schnell vor einem 18 Monate alten Rüden, der mangels Führungsperson, das Zepter einfach selbst in die Pfote genommen hat, und auch nicht davor zurück schreckt, seine selbst gesetzten Grenzen und Rechte, mittels seiner Zähne zu verteidigen. Der Leidtragende ist immer der Hund, der oft endlos lange darauf warten und es erst einmal lernen muss, sich endlich in die Sicherheit eines menschlichen Rudelführers fallen lassen zu können. Doch es gibt auch andere, sehr emotionale und tränenreiche Abschiede, hinter denen manchmal menschliche Tragödien stehen. Besonders diese Tiere, die ihr bisheriges Leben wohlbehütet in einem schönen, tiergerechten Zuhause verbringen durften, leiden - trotz aufopferungsvoller, intensiver Pflege der Mitarbeiter - im Tierheim schrecklich.

Wildtiere wie unter anderem Greifvögel, Schwäne, Feldhäschen, Rehkitze oder Frischlinge werden immer wieder mal verletzt oder verlassen aufgegriffen und zu uns gebracht. Deren Pflege oder Weitergabe in "Profihände" ist für uns genauso selbstverständlich, wie unsere unermüdlichen Bemühungen um die uns anvertrauten Haustiere. In einer geräumigen Voliere beherbergen wir verletzte und flugunfähige Stadttauben sowie aufgefundene Zuchttauben, die in Freiheit keine Chance auf Überleben hätten.

In den Spätsommer- und Herbstmonaten beginnt sich dann langsam aber sicher auch unsere Igelstation zu füllen. Bis zu 100 Stachelritter versorgen wir im Jahr, viele davon müssen bei uns auch überwintern. Doch unglaublich viele Igel, die von besorgten Tierfreunden zu uns gebracht werden, brauchen gar keine Hilfe von uns Menschen. Das Aufsammeln war zwar gut gemeint, doch sind die meisten Neuankömmlinge weder unterernährt noch krank oder verletzt. Mit einiger Überredungskunst bewegen wir die oft unwilligen und ungläubigen Tierfreunde dann dazu "ihren" Igel wieder zurück an den Fundort, oder in dessen Nähe, fernab viel befahrener Straßen zu bringen und ihm dort noch ein Schälchen Futter und Wasser bereit zu stellen.

Außerdem werden regelmäßig wildlebende Katzen von mit uns zusammenarbeitenden Tierschützern an Futterstellen eingefangen, bei uns im Tierheim tierärztlich versorgt und auf Kosten des Tierschutzvereins natürlich auch kastriert, um dann nach ihrer Genesung wieder ihren Platz an der Futterstelle einnehmen zu können. Auch das bedeutet für uns Tierschutz!

Doch auch wenn der größte Teil unserer Tierschutzarbeit regional begrenzt ist. Für uns alle gilt: "Tierschutz kennt keine Ländergrenzen", denn unendliches Leid herrscht in den Tötungsstationen in Süd- und Osteuropa. Zu Hunderten sitzen Fund- und Abgabehunde dort meist eine zweiwöchige Frist ab, bis sie - im besten Fall -eingeschläfert werden. Ganz gleich, ob Welpe, Junghund oder graue Schnauze, auf alle wartet dort eines ganz sicher: Der Tod. Wenn es auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein scheint... Wir wollen helfen! So hat auch unsere Mitgliederversammlung entschieden. So wie es unsere Kapazitäten zulassen, werden wir immer wieder einige Hunde bei uns aufnehmen und dafür Sorge tragen, dass sie ein schönes, endgültiges Zuhause finden.

Finanziert wird unsere Tierschutzarbeit und das Tierheim Pforzheim durch die Mitgliedsbeiträge der etwa 1000 Mitglieder des Tierschutzvereins Pforzheim und Umgebung e.V., durch Spenden und Erbschaften, die Zuweisung von Bußgeldern, durch die Kostenerstattungen der Stadt Pforzheim, des Enzkreises und auch über Patenschaften. Außerdem bessern wir unsere Kasse ständig mit der Aufnahme von Pflegetieren auf.

Der Tierschutzverein Pforzheim und Umgebung e.V. ist allein Träger unseres Tierheims und keiner Behörde unterstellt, wie immer noch von vielen Menschen irrtümlich angenommen wird. Für die Kommunen übernehmen wir lediglich einige öffentliche Aufgaben: Die Aufnahme von Fundtieren, Sicherstellungen und einen Bereitschaftsdienst.

© Tierheim Pforzheim 2006-2017