|
Animal Hoarding mitten unter uns - 50 verwahrloste Hunde befreit !!! März 2009 |
|
Neuigkeiten 8.9.09 - Leider keine guten
Neuigkeiten !!!! Aufgrund immer wieder an uns gestellter Anfragen bezüglich der Anfang März erfolgten Beschlagnahmung von 50 Hunden und dem Fortgang in dieser Angelegenheit, sehen wir uns veranlasst, unseren momentanen Wissensstand an dieser Stelle kurz darzulegen. Da der Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V. Anzeige in der Angelegenheit erstattet hatte, haben wir dort um Auskunft über seinen Stand der Kenntnisse gebeten.
"In Bezug auf die Beschlagnahmung von 50 Hunden aus einer verwahrlosten Wohnung im Raum Pforzheim am 1. März 2009 durch das zuständige Veterinäramt im Sofortvollzug erstattete der Landestierschutzverband BW e.V. Anfang April Anzeige wg. des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Karlsruhe vor allem auch in Hinblick auf die dort noch vorhandenen anderen Tiere diverser Arten. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat uns Anfang Juni daraufhin mitgeteilt, dass sie von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens absieht und teilte uns mit, dass ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz in diesem Fall nicht vorliege. Den Anweisungen des Veterinäramtes in Hinblick auf eine Grundreinigung der Wohnung und der verschiedenen Haltungseinrichtungen für die Widerherstellung tierschutzrechtlich einwandfreier Verhältnisse wären bei einer Kontrolle zwei Tage nach der Beschlagnahmung entsprochen worden und den dort noch verbliebenen Tieren stünden nunmehr saubere tierschutzgerechte Haltungseinrichtungen zur Verfügung. Deshalb würde das LRA keine Veranlassung sehen eine weitere Anzeige zu erstatten und somit müsste auch aufgrund unserer Anzeige hin keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. Von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wird daher nach § 152 StPO abgesehen. Ob die tierschutzrechtlichen Verhältnisse bei der obigen Tierhaltung vom zuständigen Veterinäramt in angemessenen Abständen überprüft werden, ist dem Landestierschutzverband nicht bekannt."
Bericht - Vorfall März 2009 Uns stockte der Atem, als wir Ende Februar in ein Haus in Bilfingen eintraten: Nach einem anonymen Hinweis hatten wir uns noch am gleichen Tag auf den Weg gemacht, um der Sache nachzugehen. Denn oftmals stellen sich gerade anonyme Beschwerden wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, als haltlos heraus und sind manchmal - leider oder vielleicht besser zum Glück - nicht mehr, als Nachbarschaftsstreitereien oder Rachefeldzüge ehemaliger Bekannter. Doch es war auch ohne einen Blick hinein in das Anwesen in der Bilfinger Hauptstraße nicht schwer, um festzustellen, dass etwas faul war... Die offensichtlich unwahren Aussagen eines dort angetroffenen Bewohners und der Verwesungsgeruch, der aus einem Kellerfenster drang tat sein übriges... Etwa eineinhalb Stunden nachdem wir "Lunte gerochen" und das Veterinäramt und die Diensthundestaffel der Polizei informiert hatten, konnten wir sieben Mann (und Frau) hoch das Grundstück und die Gebäude betreten. Unvorstellbare Zustände: etwa 25 erwachsene Shih-Tzus und Pekingesen sowie 13 Welpen fristeten in einer drei-Zimmer-Wohnung ihr Dasein. Der Boden war bedeckt mit Exkrementen und es stank erbärmlich Die Welpen saßen in scheinbar eigens gezimmerten Holzkisten ohne Wasser dafür unter viel zu warmem Rotlicht. Die gesamte Wohnung war - wie die Tiere und Menschen darin - total verwahrlost. Müll, Dreck und Unrat wohin man sah, eine tote Maus neben dem Vesperbrettchen in der Küche, undeffinierbarer grünbrauner "Schlamm in einem Kochtopf auf dem Herd, der sich unter einer zentimeterdicken Schicht aus Essensresten verbarg. Und dort lebten tatsächlich Menschen... unvorstellbar... Doch wir waren wegen der Tiere da und denen ging es schlecht: eine blinde alte Katze kauerte im Brotkorb. Fast jeder der Erwachsenen Hunde hatte eine furchtbar schmerzhafte, eiternde Augenentzündung. Bei den älteren wegen jahrelanger Nichtbehandlung hatte sie teilweise zur Erblindung geführt. Ein schwarz-weißer Rüde saß aphatisch in einem Karton, auf dem Sofa zuckte eine alte rote Pekinesenhündin, deren verbliebene Zähne mit einem Gebirge aus Zahnstein überzogen waren. Manche der Hunde waren wenigstens ganz oder teilweise geschoren, die meisten jedoch unendlich verfilzt... "Das sind alle Hunde", wurde beteuert. Einen Stock höher fanden wir dann trotzdem noch 14 weitere im gleichen miserablen Zustand. Außerdem zwei panische Elstern, die in ihrem Käfig immer wieder gegen die Plexiglasscheibe knallten. An einem Deckenbalken hing ein winziger Käfig am anderen. In jedem fristete ein Kanarienvogel sein jämmerliches Dasein. Ein Terrarium ohne Heizung und Licht wurde von einer Kornnatter bewohnt und in einem schon lange nicht mehr gesäuberten Aquarium kämpften sich große Fische durch den Algenurwald und ein angeblicher Kernbeiser in einem !!!winzigen Ausstellungskäfig!!!. "Der ist da schon seit zwölf Jahren drin", kam als einziger Kommentar auf unsere entsetzten Gesichter. Als wollte der "Tierfreund" uns damit sagen: Dann kann es ihm ja so schlecht nicht gehen, wenn er so lange durchgehalten hat. Wir arbeiteten uns weiter durch das Haus, öffneten jede Tür, damit uns nichts entging. Fanden 24 Kaninchen auf Gittern gehalten und ohne Futter, auf dem Dachboden weitere Zier- aber auch wieder Wildvögel. Und dann fanden wir "Gottes vergessenen Kinder"... Allein der Gedanke an diesen Moment schnürt einem wieder den Hals zu und treibt einem die Tränen in die Augen. Im ersten Stock der Scheune entdeckten wir eine Tür. Dahinter verbarg sich ein stikiger Raum ohne Tageslicht. Es war stockdunkel darin und stank noch schlimmer als in den anderen Räumen. Als das Licht anging, konnten wir unseren Augen kaum trauen: Ähnlich einem alten Ziegenstall, gab es dort vier mit altem, schon lange nicht gewechselten Stroh ausgestreute Boxen. Drei halbhohe und eine bis zur Decke mit Brettern "verrammelte"."Da kann kein Tier drin sein waren wir uns sicher, zu unvorstellbar der Gedanke daran, dass mitten in einer Kleinen Gemeinde des Enzkreises so etwas möglich sein soll. Aber es war möglich. Als die Tür auf ging flitzte sofort ein undeffinierbares Fellknäul an uns vorbei. Es war tatsächlich ein Hund. Auch in den anderen Boxen je ein Hund. Erbärmlich verwahrlost, bis zur Unkenntlichkeit verfilzt. Jetzt endlich hatten auch die Vertreter des Veterinärmtes genug gesehen. Die sofortige Räumung wurde angeordnet. Eine gute Stunde später traf die Verstärkung aus dem Tierheim ein. Mit Transporter, Anhänger, Begleitfahrzeug und unzähligen Transportboxen. Genau 50 Hunde konnten wir aus der Hölle befreien. Vier - darunter zwei Welpen, die ganz sicher noch keine acht Wochen alt waren - mussten nach der Entscheidung des Veterinäramtes bleiben und auch all den Kleintieren dürfen wir nicht helfen. Sie bleiben weiterhin der Gleichgültigkeit und der Ignoranz jener Menschen ausgesetzt, die bis zu diesem Tag nicht dazu in der Lage waren, für sie zu sorgen und ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Ob der erhobene Zeigefinger der Behörden etwas daran ändern wird, wagen wir zu bezweifeln. Abgesehen von der bereits gestellten Anzeige des Tierschutzvereins wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und das illegale Halten von Wildtieren, würden wir gerne dran bleiben, doch uns sind die Hände gebunden. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass Ämter und Polizei weiterhin ein unbestechliches, strenges Auge auf jene Menschen haben werden, damit sich dieses unvorstellbare Leid und Elend an dieser Stelle nicht wiederholt. Wir wollen nicht zum Denunziantentum aufrufen, aber dazu, die Augen offen zu halten und nicht zu verschließen, wenn wehrlose Geschöpfe ganz offensichtlich vernachlässigt, misshandelt und gequält werden. So etwas stillschweigend hinzunehmen ist doch eigentlich genauso schlimm, als würde man dem Tier selbst Leid antun, oder etwa nicht? An dieser Stelle wollen wir auf jeden Fall unseren Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern danken, die ganz selbstverständlich, ohne Aufforderung das Mehr an Arbeit mit einem Mehr an Arbeitszeit bewältigt haben! DANKE EUCH ALLEN! IHR SEID EINFACH TOLL UND WIR SIND UNGLAUBLICH STOLZ AUF EUCH!!!!! Und nicht zu vergessen auch den anderen Tierheimen, die uns sofort jeweils acht der gesundheitlich angeschlagenen und kostenintensiven Hunde abgenommen haben: Das sind das Tierheim Stuttgart und das Tierheim Sinsheim. Weitere zehn Hunde werden ins Tierheim Reutlingen umziehen und nochmal acht zur AG Tierschutz nach Karlsruhe. DANKE! Ohne eine solche Zusammenarbeit wären solche Fälle nicht zu bewältigen. Wir revangieren uns gerne, wenn sie mal in Not sind...;-)
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
|
|
|
|